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Walter Kexel, Odfried Hepp - Abschied vom Hitlerismus
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Walter Kexel, Odfried Hepp - Abschied vom Hitlerismus

Diese Erklärung wurde nötig, da man in "nationalen" Kreisen in immer grösserem Umfang über uns Unsinn erzählte. Wir verabschieden uns nun mit dieser Erläuterung nicht nur vom Hitlerismus, sondern ebenso von allen bürgerlichen Erscheinungsformen des Nationalismus, ebenso von den Fetischisten der sogenannten NS-Bewegung.

Der Hitlerismus von 1933-1945 hat das deutsche Volk konsequent in das Verderben von 1945 geführt, indem wir heute noch stecken.

Nachdem der Westen Deutschland 1919 das Versailler Diktat aufgezwungen hatte, wuchs neben der KPD und den nationalrevolutionären Kräften auch die NSDAP zu einer Kraft gegen Versailles. Während anfänglich die NSDAP sehr gute revolutionäre Kräfte besaß, verliessen diese im Laufe der Zeit die "Bewegung" (Otto Strasser, Walther Stennes, Gregor Strasser usw.), weil diese sich immer mehr als bürgerliche Hitlerpartei entlarvte. Während z. B. Ernst Niekisch ganz klar erkannte, dass der Feind der westlich-bürgerliche Kapitalismus ist und nicht der russische Bolschewismus, begann man seitens der NSDAP schon damals mit dem Westen zu liebäugeln. Dies führte dann dazu, dass der Hitlerismus, nachdem er die Macht errungen hatte, und die letzten Revolutionäre um Ernst Röhm, - ohne die Adolf Hitler nie an die Macht gekommen wäre -, ermorden liess, in entwürdigender Weise versuchte, um die Freundschaft Englands zu buhlen. Sogar, nachdem es dem Westen über sein Stiefkind Polen gelungen war, Hitler wie ein Schulkind in den Krieg zu führen, versuchte dieser und eine kleine Clique um ihn, immer noch einen Ausgleich mit dem Westen zu finden. Nachdem man 1939 mit Russland sehr schnell zu einem Bündnis gekommen war, überfiel man dasselbe am 22. Juni 1941, dem wohl unglücklichsten Tag unserer Geschichte. Dieser "Ostfeldzug" brachte unsägliches Leid für das deutschen und das russische Volk. Beide Völker opferten in ihm die Elite ihrer Jugend. Der Westen vergalt Hitlers Liebeleien damit, dass er die deutsche Bevölkerung durch Bombenterror massakrierte. Dies alles ist die Schuld Adolf Hitlers, der als oberster Führer, Feldherr und Reichskanzler die alleinige Verantwortung über den Lauf der Dinge hatte. Das Resultat Hitlerscher Politik ist der Zustand, in dem wir heute leben.

Vielleicht noch einige Worte zum historischen Nationalsozialismus, den wir nicht mit dem Hitlerismus gleichsetzen. Der NS hat richtige und gute Ansatzpunkte gehabt, wie z. B. in der Sozial-, Familien-, Jugend- und Kulturpolitik. Dem Hitlerismus ist es dank der überragenden Fähigkeiten seines Führers gelungen, diese guten Seiten bruchstückhaft in die Tat umzusetzen, und so hat das dadurch gegeisterte Volk dem anschließenden Amoklauf Hitlers keinen Widerstand entgegengesetzt. Wie recht hatte Ernst Niekisch, als er 1932 voraussah, dass am Ende der Sarg stünde, indem die deutsche Nachkriegsjugend, auf die Niekisch damals einige Hoffnungen setzte, verschwinden würde, denn deren deutschen Widerstandswillen werde der Demagoge gründlich zu brechen wissen.

"Ein ermattetes, erschöpftes, enttäuschtes Volk bleibt dann zurück, das alle Hoffnung fahren lässt und müde am Sinn jeder ferneren deutschen Gegenwehr zweifelt. Die Versailler Ordnung aber wird gefestigter sein, als sie jemals war." (Hitler - ein deutsches Verhängnis)

Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass die äußerste Rechte immer mehr in einem Hitler-Kult abgeglitten ist, der sich von anderen Sekten oder Religionen nur dadurch unterscheidet, dass er noch keine Opfertiere schlachtet und sich mit Weihrauch einnebelt. Wer heute noch meint, Adolf Hitler sei unser Führer und Reichskanzler, dem können wir nur raten, solchen unrealistischen Quatsch nicht Politik zu nennen, sondern irgendeine Kirchengemeinde zu gründen, in der ein dann ja die Reliquien - Jesus Christus, Kreuz, Bibel usw. gegen Adolf Hitler, Hakenkreuz, "Mein Kampf" austauschen und anbeten können.

Dies soll vor allem ein Aufruf an junge Kameraden sein, die noch am Suchen sind, sich nicht dem Dogma Hitlerismus zu unterwerfen, sondern ihn kritisch zu hinterfragen, wie wir es gemacht haben, die wir auch einmal in dieser Engstirnigkeit gefangen waren.

Ebenso wie den Hitlerismus verurteilen wir auf das Schärfste den bürgerlichen Nationalismus, der schon wieder mit dem bürgerlichen Westen liebäugelt oder sogar offen zu einem Bündnis mit diesem aufruft. Wir können inzwischen froh sein, dass es eine Mauer durch Deutschland gibt, denn diese gewährleistet, dass es im Ostteil unseres Landes immerhin noch 17 Millionen gesunde Deutsche gibt, während bei uns die Menschen geistig und seelisch am Absterben sind.

Zu diesen beiden Abarten des Nationalismus gesellt sich die dritte, die des NS- und Uniformfetischismus. Über diesen wollen wir keine Worte verlieren, denn wer sich aufgrund seines persönlichen Befriedigungsverlangens und mangelndem Persönlichkeitsbewußtsein, an einem Fetisch aufbaut, ist politisch nicht ernstzunehmen.

Somit bleibt festzuhalten, dass diese drei Unarten des Nationalismus dem eigentlichen Anliegen unseres Volkes, dem antiimperialistischen Befreiungskampf mehr schaden als nützen. Wir bezweifeln nicht, dass es in dieser Szene noch gute, revolutionäre Kräfte gibt, doch ändert dies nichts an unserer grundlegenden Ablehnung. Unser Ziel ist es nicht, das Rad der Geschichte zurückzudrehen und einen Staat Hitlerscher Prägung wiederzuerrichten, sondern einen undogmatischen Befreiungskampf zu führen, der unserem Volk das Überleben sichert. Bei diesem Kampf gegen den Amerikanismus ist uns jeder recht, der wie wir erkannt hat, dass nur, wenn die aktivistische Jugend, die es in linken und rechten Kreisen gibt, ihre Dogmen überwindet und sich zum Befreiungskampf zusammenschliesst, wir eine Chance haben. Selbstverständlich heißen wir auch in der BRD lebende ausländische Anti-Imperialisten, die sich an unserem Kampf beteiligen wollen, herzlichst willkommen.

Abschließend möchten wir noch einmal betonen, dass wir weder "rechts" noch "links" sind, und weder einen amerikanischen Bundesstaat, noch eine weitere Sowjetrepublik aus Deutschland machen wollen. Wir halten ein System, dass auf Russland passt, nicht auf unser Land für übertragbar. Wir verkennen aber auf keinen Fall die antibürgerlich-kapitalistische Stosskraft des Bolschewismus und es ist unser Wunsch und Wille, als neutrales Deutschland in Friede und Freundschaft mit Sowjet-Russland zu leben.

Wir haben versucht, bei dieser Erklärung möglichst objektiv und emotionslos zu bleiben, obwohl dies bei unserer grenzenlosen Verachtung gegenüber einem Grossteil der Rechten nicht immer einfach war.

In diesem Sinne - Vorwärts im antiimperialistischen Befreiungskampf!

30. Juni 1982, Walter Kexel + Odfried Hepp

Daß dieser "Abschied vom Hitlerismus" bei Odfried Hepp nur den Anfang seiner Abkehr vom "Nationalsozialismus" darstellte, welchen er später korrekt als Faschismus tituliert, darf nicht unerwähnt bleiben. Ebenso nicht, daß dem ehemaligen Neonazi und Terroristen in der DDR Unterschlupf gewährt wurde. Sein Führungsoffizier erklärte in diesem Film, daß er, wäre die DDR nicht untergegangen, Hepp für einen hohen MfS-Orden vorgeschlagen hätte. Hier eine Buchbesprechung mit entsprechenden Zitaten.
Walter Kexel, Odfried Hepp - Abschied vom Hitlerismus
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